Sonntagsbraten Corona konform genießen
Alles hat bekanntlich zwei Seiten. Mir ist es heute ein Herzensanliegen, Euch von einem positiven Erlebnis zum Thema „Essen gehen in Corona Zeiten“ zu berichten. Ja, die Gaststätten, Kneipen und Cafés haben geschlossen und das bedaure ich außerordentlich. Allerdings ist für mich das – in die Ecke setzen und Trübsal blasen – auch keine Lösung. Mit ein wenig Kreativität können wir trotzdem Essen gehen und einen wunderbaren Sonntagsbraten genießen, ganz Corona konform.

Für Vegetarier und Veganer (m/w/d) ist das jetzt weniger optimal, deshalb wünschen wir uns von Euch vegetarische und vegane Alternativen für ein Sonntagsessen außer Haus, natürlich unter Coronabedingungen. 🙂
Am besten Ihr schreibt eure Ideen gleich unten in die Kommentare.
Leider stammt die Idee, von der ich Euch heute berichten möchte, nicht von mir, sondern vom Mann meiner Lieblingscousine. Er hatte vom Gänsemarkt in Wermsdorf gehört und schlug uns vor, eine Wanderung mit einem Gänseschmaus zu verbinden. Unsere Gans wollten wir stilvoll genießen, deshalb packten wir unseren Picknickkorb mit Tellern, Besteck und Servietten, einer Flasche Rotwein und Gläsern.

Meine Cousine hatte außerdem noch einen Campingtisch mit Tischdecke und vier gepolsterte Stühle im Auto. Die frisch gebratene Gans mit Rotkohl, Klößen und Soße kam direkt vom Gänsemarkt. Aber der Reihe nach.
Schloss Hubertusburg in Wermsdorf
Unser Treffpunkt war das Schloss Hubertusburg in Wermsdorf. Schloss Hubertusburg liegt zwischen Leipzig und Dresden, über die Autobahn erreicht Ihr es, wenn Ihr die Abfahrt Mutschen nehmt und Richtung Oschatz fahrt. Sowohl der Gänsemarkt in Wermsdorf als auch das Schloss sind sehr gut ausgeschildert. Wir trafen uns direkt am Schloss und begannen mit einem Rundgang durch die großzügige, frisch renovierte Anlage.

Als Jagdschloss des sächsischen Kurfürsten und polnischen Königs August III 1752 fertig gestellt, zählt es zu einer der bedeutendsten Schlossanlagen des 18. Jahrhunderts in Deutschland. Nach einer wechselvollen Geschichte sind dort heute unter anderem Teile des Sächsischen Staatsarchivs untergebracht. Der Freundeskreis Schloss Hubertusburg e.V. bietet an Wochenenden Führungen an, leider aktuell, auf Grund der Corona-Verordnung, nicht.

Von dort ist es zu Fuß nicht weit bis zum Gänsemarkt, allerdings hatten wir unsere Picknickutensilien im Auto, also parkten wir noch einmal um und begannen unsere Wanderung direkt am Gänsemarkt in Wermsdorf. Dort war der Andrang bereits groß und die Parkplätze knapp, wir waren überrascht, dass so viele Leute Lust auf „Gans to go“ hatten.
Gänsemarkt in Wermsdorf
Unsere Wanderung führte uns bei schönstem Sonnenschein rund um den Horstsee. Gegen 14 Uhr, als sich der kleine Hunger meldete, waren wir wieder zurück. Der Ansturm hatte sich etwas gelegt und wir mussten nicht allzu lange auf unsere Gänsemahlzeit warten. Im Gänsemarkt gibt es alles von der Gans, auch Federkissen und alles rund um Weihnachten. Alternativ könnt Ihr auch Karpfen oder Wild kaufen, nur für Vegetarier und Veganer ist das Angebot sehr begrenzt.

An der „Futter“ Theke wurde ich gefragt und Brust oder Keule. Ich entschied mich für Brust und bekam ein Stück Gänsebrust mit Klößen und Rotkraut in einer Assietten-Verpackung zum Mitnehmen. Die Soße wird im Becher separat verpackt. Eine Portion kostet rund 15 Euro. Alles wunderbar bis auf die Verpackung, die war so gar nicht ökologisch, da ist noch viel Luft nach oben. Das war unser Kompromiss des Tages. 😉

Einen geeigneten, ruhigen Picknickplatz in Seenähe mit Sonnenschein hatten wir unterwegs bereits entdeckt. Dort bauten wir nun Campingtisch und Stühle auf, deckten den Tisch stilvoll mit einer Tischdecke, Porzellantellern, Besteck, Gläsern und Servietten. Anschließend kam die Gänsebrust oder -Keule auf den Teller, liebevoll ergänzt von Rotkraut und Klößen abgerundet mit etwas Soße.

Nun noch die Flasche Rotwein geöffnet, ein Chianti von la Vialla, und der Gänseschmaus konnte beginnen. Wir saßen unter freiem Himmel in der Novembersonne und ließen es uns gut gehen. Die Gans war zart, die Klöße hatten die richtige Konsistenz und das Rotkraut war hervorragend. Ein wundervoller Sonntagsschmaus, ganz Corona konform – unsere Empfehlung für Euch.
Selbstverständlich haben wir unseren Picknickplatz so verlassen wie wir ihn vorgefunden hatten. Die beste Picknickzeit liegt zwischen 12 und 14 Uhr. Ab 15 Uhr steht die Sonne schon wieder so tief, dass es merklich kühler wird. Dann müsste man auf Glühwein umsteigen.
- Was macht Ihr zur Zeit an den Wochenenden?
- Bei uns steht Plätzchen backen, als Nächstes auf dem Plan.