Im Frühjahr sind sie immer schon da, die Blattläuse, der Birnengitterrost, die Kellerasseln …
Dabei verfolge ich im Allgemeinen die Strategie, Leben und Leben lassen. So habe ich mich mit meinem Giersch angefreundet, solange er in der Wiese wächst, hat er von mir nichts zu befürchten. Außer dass er hin und wieder ein paar junge Blätter für einen grünen Salat hergeben muss. Nörgelich werde ich nur, wenn er sich ungefragt weiter auf den Beeten ausbreitet und mir so das Leben schwer macht.
Wundschutz für Obstgehölze
Heute geht es aber um Blattläuse, andere kleine Tierchen und Pilze, die zum Überwintern gerne aufgeplatzte Rinden aufsuchen, um es sich oder ihren Nachkommen dahinter gemütlich zu machen. Da mein Birnenbaum fast nur aus aufgeplatzter Rinde besteht, versuche ich es in diesem Herbst mit einer Intensivkur Wundverschluss.
Ich habe mir einen sonnigen trockenen Tag ausgesucht und die Rinde mit einer harten Bürste intensiv gereinigt. In die trockenen, von Schmutz und Tierchen befreiten Risse, streiche ich den braunen Wundverschluss und versuche dabei die Risse vollständig zu verschließen. Damit auch ja nichts eindringen kann.
Dazu verwende ich, ökologisch korrekt, den Malusan® Wundverschluss von Neudorff®. Diese Pflanzenstärkungs- mittel besteht aus einer Latexverbindung, Tonminerale und Wasser. Sie sollten es zügig verarbeiten, da es recht schnell trocknet. Ich habe die 275 ml Pinseltube gekauft.
Der Pinsel leistet bei der erstmaligen Verwendung ganz gute Dienste. Liegt die Tube eine Weile, ist der Pinsel eingetrocknet und Sie müssen die Tube aufschneiden, um an den wertvollen Wundschutz zu kommen. Sehr gut funktioniert das Auftragen mit einem Spachtel, damit kommen Sie überall hin und der Wundverschluss lässt sich gut verstreichen.
Kaufen Sie am besten nur die Menge, die sie wirklich auch sofort verarbeiten, um ein unnötiges Eintrocknen zu vermeiden.
Birnengitterrost – was helfen kann
Das ganze hilft leider nicht gegen Birnengitterrost, der meinen Birnenbaum jedes Jahr wieder heimsucht. Dieser fiese Pilz überwintert vorzugsweise in Wacholdersträuchern, die leider in den Nachbargärten wachsen. Im Frühjahr lassen sich die Pilzsporen dann auf den Blättern meines Birnbaumes nieder und bilden im Sommer rostrote Flecken auf der Blattoberseite. Die Blattunterseite verzieren sie mit formvollendeten Höckern. Dagegen helfen im Frühjahr stärkende Spritzbrühen z.B. aus Farnkraut, Schachtelhalm, Knoblauch oder Zwiebeln. Auch Algenpräparate können helfen, auf jeden Fall sollten Sie die Spritzungen öfter wiederholen.
Jetzt im Herbst hilft nur, alle Blätter sorgfältig auflesen und vernichten. Weil ich nicht ständig nach Birnengitterrost-Blättern suchen will, mache ich mir die Mühe, alle befallenen Blätter von meinem Birnenbaum zu pflücken. Dann ist wenigstens Ruhe bis zum nächsten Frühjahr.
Wenn Kellerasseln in Obststräuchern nisten
Das mit dem Wundverschluss kann auch ganz schön nach hinten losgehen. Dieses Jahr, im zeitigen Frühjahr, hatte ich meinen Schwarzen Johannisbeerstrauch mit dem Wundverschluss bearbeitet, um die Rinde zu schützen und unliebsame Tierchen fernzuhalten. Wahrscheinlich war es zu spät oder ich habe nicht sorgfältig gearbeitet. Kürzlich wunderte ich mich, wie eine Astgabelung merkwürdig faserig aussah. An dieser Stelle war der Wundschutz aufgeplatzt.
Als ich noch mehr von dem Wundschutz entfernte, kamen unzählige Kellerasseln aus ihrem dunklen Versteck gekrochen. Die hatten sich dort eingenistet und alle weichen Teile aus dem Stamm heraus gefressen und nur härtere Fasern übrig gelassen. So etwas habe ich noch nicht gesehen. Dabei geht es den Asseln, die ja eigentlich Bodenbewohner sind, bei mir im Garten gut, sie finden jede Menge Nahrung. Deshalb bin ich ziemlich sauer, dass sie meinen geliebten Schwarzen Johannisbeerstrauch angefressen haben.
Dabei heißt es in der Neudorff®-Beschreibung zum Malusan® Wundverschluss „- mechanische Barriere verhindert das Eindringen von holzzerstörenden Organismen“. Das kann ich in diesem Fall mal nicht bestätigen. Irgendwie haben meine Kellerasseln das mit dem „Leben und Leben lassen“ falsch verstanden.